Naturspaziergang Frühling [1]

Heute geht’s raus – ok, heute lädt das Wetter nicht unbedingt zum Rausgehen ein, aber die letzten Tage war auch hier wunderbarstes Frühlingswetter. Wir leben hier auf ca. 1.000 Höhenmetern, dass heisst, wir sind hinten (nicht geistig, lediglich temperaturmäßig und was das Sprießen der Pflanzen betrifft – ich verbiete mir sämtliche Landeier-Witze, die darf nur ich machen).

Natürlich kann ich nicht alle Kräuter zeigen, die ich auf einem Spaziergang entdecke und fotografiere, das würde sämtliche Internet-Dings (mit „Dings“ meine ich die Zeit, die eine Seite zum Laden braucht – keine Ahnung, wie das heißt) sprengen und eure Aufmerksamkeit aufs Äußerste strapazieren – deswegen wohldosiert jeweils 3 – 4 Pflanzen pro Naturspaziergang.

Huflattich

Vor allem auf feuchten Böden, Dämmen oder Böschungen, aber auch auf Schuttplätzen, der Huflattich ist bei uns der erste, der kommt. Ich verwende die Blüten des Huflattichs gerne für den Hustensirup – die jungen Blätter kann man natürlich auch dafür verwenden, aber da die Blätter erst nach der Blüte kommen, belasse ich es meist bei ersterem.

 

Huflattich1

 

Im Huflattich sind unter anderem auch Alkaloide enthalten, die für den Menschen schädlich sind – eine Wiener Pharmazeutin hat aber festgestellt, dass er diese Substanzen nur bildet, wenn er unter „Stress“ steht – unter „gestressten“ Huflattich versteht man ältere Pflanzen, die nicht genügend Nährstoffe oder Wasser bekommen.

 

Huflattich2

 

Schlüsselblume

Die echte Schlüsselblume (die ist einen Tick gelber als unsere) war früher für die Zubereitung von Wein so beliebt, dass sie fast ausgerottet wurde. Heute noch steht sie in weiten Teilen Europas unter Naturschutz und vor allem das Ausgraben der Wurzel ist streng verboten. Wir verwenden nur die Blüten zum Mischen für den Hustentee.

Die Legende besagt ja, dass die Schlüsselblume aus dem Zaubergarten der Freya, Aphrodite, Venus oder der hl. Maria (choose your favourite religion) stammt. Auch dem hl. Petrus wird sie zugesprochen – sozusagen der Security-Checker am Himmelstor – und einmal als recht viel los war, hat der Petrus in seinem Stress seine Schlüssel auf die Erde fallen lassen – et voila seit dem gibt’s die Himmelschlüssel.

 

Schlüsselblume

 

Hahnenfuß

Gelbe Blüten sind oft ein Indikator, dass die Pflanzen sich auf die Psyche auswirken, beim Hahnenfuß kommt hinzu, dass die Blütenblätter noch dazu ölig glänzen – spätestens jetzt heisst´s GIFTIG! Das hatte früher die Jäger aber nicht davon abgehalten, die frischen Blätter gegen Schwindelfreiheit zu essen – heute findet der Hahnenfuß in der Bachblüten-Therapie Anwendung: Buttercump soll helfen Selbstvertrauen aufzubauen.

 

Hahnenfuss

 

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen kommt praktisch überall vor und verwechseln kann man es eigentlich auch mit nichts. Ich verwende das Gänseblümchen am liebsten frisch im Salat oder auf dem Brot, aber auch getrocknet im Tee als Schmuckdroge. Natürlich gibt’s auch noch die Verarbeitung der geschlossenen Knospen als falsche Kapern, aber das setzt ein sehr, sehr, sehr frühes Aufstehen voraus (weil sich die Knospen dann ja öffnen), aber das hab ich bis jetzt noch nicht geschafft – werde ich vermutlich auch demnächst nicht schaffen. Gänseblümchen-Salbe und Tee soll auch gut für Kinder sein, die ein bisschen mimimi-sensibel sind. Aber hier in den Bergen sind wir alle so hartgesotten, dass ich keine Testpersonen finde ;-).

Das Gänseblümchen steht für Fruchtbarkeit und Neuanfang und die ersten drei, die man im Jahr findet, soll man essen, dass man das ganze Jahr Glück hat. Der Legende nach ist das Gänseblümchen aus den Tränen von *hier bitte Lieblingsheilige oder -göttin einsetzen* (Maria, Helena, Freya, …) entstanden.

Achja: manchmal ist ja das Gänseblümchen an den Blütenblättern pink, das ist, wenn ihm zu kalt ist – putzig, oder?

 

Gänseblümchen

 

Bis zum nächsten Mal, ich hoffe, ihr seid wieder dabei!

P.S.: Die Fotos dienen nicht zur Pflanzenbestimmung, auch die Ver- und Anwendung der Pflanzen liegen in der eigenen Verantwortung.

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