Kletten-Herz

Eigentlich hätte ich ja nicht gedacht, dass nach so wenigen Blogposts schon ein erstes Fail kommt – also nicht, DASS es kommt, sondern so schnell. Grmpf! Nun, sei es wie es ist: tätääää hier kommt das Kletten-Herz.

Aber nun von Anfang an: Bei einer Waldtour haben wir eine Klette gefunden, also die Pflanze, nicht einen einzelnen Kletten-Knödel. Ihre besten Zeiten hatte die Klette schon hinter sich (hier bei uns wächst die Kleine Klette, wer seinen Freund den Wiki fragt, dem werden als erstes die schönen, großen, exotischen serviert), deswegen habe ich ganz skrupellos die ganze Pflanze mit genommen – shame on me.

 

Klette1

 

Jetzt muss ich kurz das Thema „Klette“ ein bisschen aufpeppen, weil mein – ähm „Landart-Projekt“ oder „DIY“ wären jetzt in exaltierter Weise überspannt – Kletten-Herz eher mau ist. Jedenfalls *dezenter Themenwechsel on* gäbe es ohne die Klette gar keinen Klettverschluss – und wer hat´s erfunden? Die Schweizer, genau genommen der Herr Georges de Mestral, Ingenieur und Hundebesitzer. Nach Spaziergängen im Wald hat der arme Hund immer wieder Kletten per Fell mit nach Hause gebracht und Georges wäre auch kein richtiger Ingenieur gewesen, wenn er nicht sofort die bösen Kletten unters Mikroskop gelegt hätte und mit professionellem Blick die elastischen Widerhaken entdeckt hätte. Gewaltsames Entfernen aus Fell und Kleidung – die Klette hielt stand. So hat er 1951 den Klettverschluss als Patent angemeldet, verkauft wurde es damals unter dem Namen Velcro (VELours und CROchet) – nur falls es jemand mal für die Millionenshow braucht.

 

Klette2

 

Die Klette hat sich bei uns zu Hause recht gut eingelebt und durfte kurze Zeit ihre Reize als „was-willst-du-damit?“ ausleben. Aber dann ging´s ihr an den Kragen bzw. an die Früchte, die ich alle dekorativ in einem noch dekorativeren Schälchen hortete – Schälchen setzt voraus, dass die Schale klein war, zu klein und das war Fehler Nr. 1. Für die Weiterverarbeitung sollte man die die Kletten-Früchte nicht auf kleinstem Raum zusammen pferchen.

 

Klette3

 

Mein „Projekt“ war ja bis dato noch streng geheim, auch vor mir. Was nun machen mit den tollen Kletten? Voraussetzung war ja, keine weiteren Hilfsmaterialien wie Kleber o.ä. zu verwenden (Fehler Nr. 2). Ein Körbchen, ein Kletten-Männchen – was man halt so kennt – ich habe sogar versucht, ein Teelicht zu umkletten. Und ich hab es wirklich versucht, stundenlang, tagelang – ein Gelingen war absolut aussichtslos, aber umsonst wollte ich auch die Klette nicht gerodet haben. Und das ist es: MEIN Kletten-Herz! Ich denke, es braucht keiner eine Anleitung dafür, oder?

 

Klette4

 

Macht es gut und im Kletten-Falle besser!

P.S.: Die Fotos sind zu unterschiedlichen Tageszeiten und Witterungsverhältnissen aufgenommen worden und der Herr Photoshop und ich sind sozusagen nur flüchtige Bekannte…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.