Dosentelefon …ein Hoch auf die Öko-Eltern…

Ich bin ja so froh, dass des Kindes beste Freundin auch so verdammte Öko-Eltern hat wie wir es sind. Ansonsten hätten wir es schwer mit Mithalten in Konsum- und Elektronikartikeln. Die dritte Klasse Volksschule wäre nun geschafft und was bietet sich mehr als ein Handy – uppsala Smartphone natürlich – zur Belohnung? Wenn man sich diverse Freundebücher anschaut und nach Name und Anschrift (Datenschutz olé) die Kategorie Handy anschaut, wird einem ganz schwummrig: bereits in Klasse zwei steht da schon Ei-Fohn 4 da… btw als einzigstes im ganzen Ausfüll-Wahn richtig geschrieben. Abgesehen davon, dass man die NUUUUUUMMER reinschreiben soll und nicht das Modell, ich finds es schon gar ein bissl viel übertrieben, dass ein Kind ein so teures Smartphone besitzt, was sag ich, dass es überhaupt eines besitzt.

DIY und Upcycling - Dosentelefon

Den Kindern kann man es ja nicht verdenken, dass sie gerne so ein Teil hätten: hängen doch Mama und Papa selbst andauernd vor dem Wunderteil. Aber was ich wirklich anprangere ist, dass die Eltern ihren Kids so ein Teil überlassen und sie komplett unreflektiert damit hantieren dürfen – ich weiß nicht, wie diese Kiddy-Plattform heißt, wo sie sich alle rum treiben, aber da werden Fotos gemacht, hochgeladen und mir stellt es bei dem Gedanken schon die Haare auf. Warum? Da ist die Antwort.

DIY und Upcycling - Dosentelefon

Natürlich hätten das Kind und die Freundin gerne ein Telefon und als liebende Mutter versuche ich auch alle Wünsche des Kindes zu erfüllen – notfalls in abgespeckter Version und ohne Touch-Screen, dafür mit everlasting Akkuleistung.

Man braucht für ein Dosentelefon:

  • 2 Dosen
  • Wäscheleine ca. 20 m
  • Hammer
  • Schere
  • Schraubenzieher
DIY und Upcycling - Dosentelefon

So geht‘s:

Zuerst werden die zwei Dosen gut ausgewaschen – die größeren eignen sich besser als die ganz kleinen – und dann mit dem Schraubenzieher und dem Hammer mittig ein Loch klopfen. Die Wäscheleine – Plastik leitet Schall besser als Wolle: hab ich in einem Dosentelefon-Forum heraus gefunden – durch die Löcher fädeln und auf der Innenseite der Dosen mit einem Dreifach-Knoten verknoten. Der Knoten sollte so groß sein, dass das Loch abgedichtet ist oder andersrum das Loch so klein. Zum „Telefonieren“ braucht es gar keine Nummer sondern lediglich eine straffe Spannung der „Leitung“ und schon kann es los gehen. Reichweite 20 Meter, Auslandsgespräche sind jetzt nicht so rauschfrei, für Konferenzschaltungen könnte man in der bestehenden Leitung eine zusätzliche Schnur andocken, meinten meine Kollegas aus dem Dosentelefon-Forum.

DIY und Upcycling - Dosentelefon

P.S.: Nein, mein Kind hasst mich nicht, im Gegenteil: sie fand das Dosentelefon sehr cool und es kommt Tag für Tag zum Einsatz – nur zur besten Freundin… soweit reicht es nicht.

6 Kommentare:

  1. Uli, wie cool ist das denn! Ich liebe diese Strippe! Danke für diese tolle Idee! In der Waldorfschule meines Kindes haben die Eltern beschlossen, dass die Kindern bis zur 6. Klasse kein eigenes Smartphone haben sollen. Denn wenn kein Kumpel eins hat, dann braucht man ja schliesslich auch keins! Und ein Tastenhandy für lange Schulwege genügt vollkommen!
    Croatische Grüsse, auch an deine beiden Telefonist/innen und bis bald!
    Sandra

    • Ich glaube, hier sollten auch einige Eltern die Waldorf-Schule besuchen… ;-) Genau so sehe ich das auch. Ich hoffe, ihr habt es fein. Nach heftigem Regen kommt jetzt der Sommer zurück bei uns. Liebe Grüße an alle kroatischen Wasserratten und Arschbomben-Platzierer

  2. Oh, wie cool, das wird vielleicht unsere Wochenend-Bastelei!? Und das mit dem Dosentelefon-Forum ist keine Witz, oder???
    Als Kinder haben wir das auch ausprobiert, waren aber von dem Ergebnis nicht wirklich überzeugt – nun weiß ich warum – wir haben Wolle benutzt!!!!
    Das Minimädel hat ja auch die 3. Klasse VS hinter sich und ich bin froh, dass bei uns Handys noch kein sooo großes Thema sind. Nur ein Kind ihrer Klasse hat eins – und auch „nur“ ein normales Tastentelefon.
    Liebe Grüße!

    • Es macht echt Spaß, ich denke, dass eine reine Palstikschnur (unsere hatte innen so was „Textiles“) noch besser geht UND das Bohrloch muss gut dicht sein: entweder das Blech gscheid zubiegen oder einen großen Knoten, der gut abdichtet. Und natürlich gibt es ein Dosentelefon-Forum – was es nicht alles gibt, gell ;-)?

      Achja, wegen dem „Feta“ aus dem Mühlviertel: sie führen ihn nicht mehr, aber die Verkäuferin meinte, dass es ein Schafkäse war und nicht ein „richtiger“ Feta. Ich finde aber trotzdem, dass er total griechisch ausgesehen hatte ;-), aber ich bin auch kein Käseologe. glg Uli

  3. Dein Beitrag verschaffte mir gerade eine wunderbare Zeitreise in die Vergangenheit meiner Kindheit (Vielen lieben Dank dafür 😊), wo wir noch den ganzen Tag lang im Freien gespielt haben oder eben genau solche Dosentelefone gebastelt haben. Das Tolle daran: Selbst mit diesen einfachen Dosentelefonen konnten wir Kinder uns stundenlang beschäftigen -> was ja wieder eine Gemeinsamkeit mit den neuen Wischhandys (so nenne ich sie immer 😅) ist.

    Liebe Grüße
    Christina

    • Ja, damals war man quasi ein Medien-Profi mit dem Dosentelefon – wir haben es damals quer durch die Gärten zu den Nachbarn gespannt, das war cool. Bei uns sind sie immer noch hoch im Kurs, auch wenn man nix „wischen“ kann ;-) glg Uli

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