Kapuzinerkresse-Pesto und falsche Kapern …Jubiläum, Jubiläum…

Heute ist der Tag der Tage: heute trage ich mit diesem Beitrag meine geistigen Ergüsse zum 100. mal in die Welt – auf dem Blog, sämtliche Weisheiten im real Life kann ich numerisch leider nicht erfassen. Dürfte sich aber im unteren zweistelligen Bereich bewegen. Nun ja, eine sonderlich fleißige Bloggerin bin ich ja nicht, wenn man bedenkt 100 Beiträge in 2,5 Jahren und vier Tagen ist das ein Schnitt von alle neun Tage ein Beitrag (der Satz klingt undeutsch, aber ich bin Tirolerin, ich darf das) – man könnte wahrlich öfter mal.

Ich glaube, beim letzten Beitrag war noch Sommer, aber er war wirklich ganz schnell da der Herbst. Von heute auf morgen sozusagen. Ich liebe ja den Herbst, also den indian-summer-style Herbst mit angenehmen Temperaturen, buntem Laub, durch den Wald streifen mit lediglich Wollpullöverchen (ich hab schon auch Hosen und Schuhe an, jackentechnisch gesehen mein ich). Nun ja, jetzt ist es Herbst, aber Scheiss-Herbst: seit Anfang September Regen, Schnee (in Sichtweite), Kälte, Matsch… und wir haben sogar schon die Heizung eingeschaltet – das war ja noch nie da im September. In einem Anflug von Panik, weil es ja kommende Nacht runter schneien soll, hab ich den Garten abgeerntet und ich habe die Kapuzinerkresse geschlachtet. Oder Cappucino-Kresse wie das Tochterkind früher immer gesagt hat – war ihr halt geläufiger als die katholischen Ordensbrüder.

Die Kapuzinerkresse ist ja ursprünglich aus Peru und bekam ihren Namen vom Mönchsorden der Kapuziner, der die Pflanze als Schutz gegen Hexerei und Viehseuchen trug. Die Annahme sie macht lustig und begierig zur Unkeuschheit und die Verwendung als Aphrodisiakum verwirrt mich im Zusammenhang mit den Kapuzinern gerade ungemein. Ein Schelm der Böses denkt.

 

Rezept: Kapuzinerkresse-Pesto und -Kapern

 

Das sogenannte Bauern-Penicillin enthält Stoffe, die wie ein Antibiotikum die Vermehrung von Bakterien verhindert. Die Kapuzinerkresse ist quasi ein Penicillinersatz mit Breitbandwirkung und wird in der Naturheilkunde bei Infektionen der Atemwege, Angina, Mandelentzündung, Bronchitis und Schnupfen eingesetzt. Schleim und Verstopfungen werden dünnflüssiger, allerdings kann auch der Verzehr größerer Mengen abführend wirken. Bei übertrieben großen Mengen – vor allem beim Presssaft kann es zu Magenreizungen kommen und bei Geschwüren im Magen und Darm, sowie bei Entzündungen im Verdauungstrakt sollte man gänzlich darauf verzichten.

Aber wir wollen nicht zu viel über Krankheiten und Unwohlsein reden, denn die Kapuzinerkresse hat auch Kulinarisches zu bieten: die Blätter schmecken scharf und leicht pfeffrig und machen sich gut als Würze im Salat oder Aufstrich. Auch die Blüten besitzen eine milde Schärfe und der hintere „Zutzel“ schmeckt süß. Und weil so xund und guat, hab‘ ich den Sommer in Form von Kapuzinerkresse-Pesto und falschen Kapern eingefangen.

 

Man braucht für das Kapuzinerkresse-Pesto:

  • eine Handvoll Kapuzinerkresse-Blätter (möglichst die jungen)
  • eine Handvoll Blüten
  • Olivenöl
  • Salz

 

Rezept: Kapuzinerkresse-Pesto und -Kapern

 

So geht‘s:

Blüten und Blätter in ein hohes Gefäß geben, mit Olivenöl bedecken und nach Geschmack salzen. Alles pürieren und in ein sterilisiertes Glas füllen. Mit einer Schicht Olivenöl bedecken, dann fängt es nicht zu schimmeln an.

 

Man braucht für die falschen Kapern:

  • Kapuzinerkresse-Samen
  • Salz
  • Essig
  • Zucker
  • Petersilie, wer mag

 

Rezept: Kapuzinerkresse-Pesto und -Kapern

 

So geht‘s:

Die gesammelten Samen gut einsalzen und einen Tag stehen lassen, so wird das Wasser entzogen und sie werden weicher. Am nächsten Tag die Samen abwaschen und in ein Glas füllen. Den Essig mit einem Löffel Zucker aufkochen und die Petersilie dazu geben. Den Sud über die falschen Kapern gießen und ca. ein bis zwei Wochen ziehen lassen.

So, ich hoffe, ihr seid die nächsten 100 Beiträge auch noch dabei. In diesem Sinne bedanke ich mich bei euch für die vielen netten Kommentare, Emails und Anregungen, es ist mir eine Ehre, euch als Leserschaft (ich hasse gendern, schaut so komisch aus) zu haben.

 

Rezept: Kapuzinerkresse-Pesto und -Kapern

 

P.S.: Die An- und Verwendung liegt in eurer eigenen Verantwortung und soll auf keinen Fall einen Besuch beim Arzt ersetzen.

P.P.S.: Wie immer mit dabei bei GRÜNZEUG[we love green stuff] von den Naturkindern.

2 Kommentare:

  1. Hallo!
    Oh, schon wieder so eine kulinarische Versuchung! Klingt wunderbar köstlich und wird definitiv getestet. Vielen Dank für’s Teilen!

    Und herzlichen Glückwunsch zum 100. Blogpost!! Feste sollten gefeiert werden und ich finde es kommt so gar nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität an. Somit sind 100 Posts in 2,5 Jahren doch nun wirklich etwas worauf du stolz sein kannst, gerade mit deinen tollen Inhalten! Ich freue mich für dich – ich schaue immer wieder gerne bei dir vorbei!
    Liebe Grüße, Sabrina

    • Danke liebe Sabrina, da der 100. Blogpost auf den Geburtstag des Mannes gefallen ist, gab es sogar Kuchen ;-) Danke fürs fleissige Vorbeischauen und Kommentieren, glg Uli

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